How to // Wie fotografiere ich Wunderkerzen am besten?

Wunderkerzen, das Feuerwerk, welches es das ganze Jahr gibt. Mit ihnen kannst du einige coole Bilder machen. Doch um in diesen Momenten die richtigen Einstellungen zu finden, empfehle ich dir zu üben. Das geht ganz einfach und ist sehr effektiv. Danach kannst du mit deinen Wunderkerzen coole Effekte in deine Bilder zaubern!


Die Wunderkerzen-Übung

Was du dafür brauchst:

  • Deine Kamera
  • Dein Stativ oder einen festen Untergrund für die Kamera
  • Deinen Fernauslöser (optional)
  • Wunderkerzen & Streichhölzer/Feuerzeug
  • Eine dunkle Location

Der Aufbau

Wenn du dich zu Anfang an die Materie heran tasten möchtest, empfehle ich dir einen festen Aufbau. Das bedeutet, du baust deine Kamera auf und platzierst deine Wunderkerzen. Ich habe meine Wunderkerzen mit Hilfe von Knete aufgestellt. Ein Radiergummi funktioniert sicherlich auch.

Die Einstellungen

Die ultimative Einstellung gibt’s es nicht. Je nachdem, welchen Effekt du festhalten möchtest, musst du deine Einstellungen anpassen. Um die absolute Kontrolle zu haben, solltest du den manuellen Modus nutzen!

Blende: F/4     Zeit: ½ Sek     ISO 100

So sieht in den meisten Augen das klassischen Wunderkerzen-Bild aus. Die Funken sprühen kräftig und formen eine Kugel aus Licht. Wenn du die Funken etwas kleiner haben möchtest, so musst du die Belichtungszeit kürzen. Je kürzer die Belichtungszeit wird, desto „kleiner“ wird die Lichtkugel. Die Kamera hat nicht genug Zeit, den Verlauf des Lichts aufzunehmen.

Blende: F/5.6     Zeit: 1/50 Sek     ISO 3200

Blende: F/5.6     Zeit: 1/60 Sek     ISO 2000

Blende: F/4     Zeit: 1/500 Sek     ISO 3200

Du kannst das Spiel natürlich auch in die andere Richtung treiben. Dabei wird die Leuchtkugel immer größer und das Bild in manchen Fällen auch heller. In diesen Fällen wird die Belichtungszeit länger oder die Blende wird weiter geöffnet. Beides zusammen lässt das Bild insgesamt heller werden.

Blende: F/25     Zeit: 3.2 Sek     ISO 100

Blende: F/4     Zeit: 1.3 Sek     ISO 3200

Der richtige Fokus

Da du bei dieser Übung im Dunkeln arbeitest, kann es sein, dass dein automatischer Fokus nicht richtig funktioniert. Es ist einfach zu dunkel und wenn die Kerze erst einmal an ist, ist es zu spät. Du hast zwei Möglichkeiten diesem Problem aus dem Weg zu gehen.

Möglichkeit Nr. 1 – Die Taschenlampe

Du kannst dein Handy oder eine normale Taschenlampe nutzen und den Stab der Wunderkerze anstrahlen. In diesem Moment ist die Wunderkerze hell genug und dein automatischer Fokus erkennt das Motiv.

Möglichkeit Nr. 2 – Der manuelle Fokus

Wenn du keine Hand mehr frei hast, kannst du den manuellen Fokus nutzen. Im Idealfall haben sich deine Augen an die Dunkelheit gewöhnt und du kannst ganz einfach den Fokus setzten.

Blende: F/5.6     Zeit: 1/50 Sek     ISO 3200

Blende: F/5.6     Zeit 1/15 Sek     ISO 100

Mach es dir so einfach wie möglich!

Bei meinen Bildern wechselt der ISO-Wert. Um es dir einfacher zu machen solltest du den ISO-Wert konstant halten. Dadurch bekommst du ein besseres Gefühl für den Einfluss der Blende und der Belichtungszeit.

Ein Blick auf deine Kamera:

Links siehst du einen typischen Canon Kamerabildschirm. Die Kamera ist momentan im manuellen Modus (M).

Türkis – Belichtungszeit
Pink – Blende
Orange – ISO
Blau – Helligkeitsstufen

Blau – Helligkeitsstufen

Mit den Helligkeitsstufen kannst du deine Bilder ohne weitere Kenntnisse heller oder dunkler machen. Im Manuellen Modus kannst du an dieser Leiste erkennen, wie das Bild belichtet ist. Befindet sich der Zeiger im Plus-Bereich, ist das Bild laut Kamera zu hell. Befindet sich der Zeiger im Minus-Bereich ist das Bild zu dunkel. Zu dunkel ist in diesem Fall jedoch gut.

Pink – Blende

Je nach Blendenzahl ist die Öffnung groß oder klein und lässt demnach viel oder wenig Licht auf den Sensor deiner Kamera fallen. Eine kleine Blendenzahl bedeutet, dass die Blende klein und somit das Loch groß ist. Je kleiner die Zahl, desto mehr Licht kann auf den Sensor fallen.

Orange – ISO

Die ISO beschreibt die Lichtempfindlichkeit deines Sensors. Die ISO solltest du möglichst klein halten, da ab einem gewissen Wert deine Bilder anfangen zu rauchen. Arbeitest du mit einer kleinen Lichtquelle und einer dunklen Grundsituation, kannst du den ISO durchaus „aufdrehen“.

Türkis – Verschlusszeit/Belichtungszeit

Die Verschlusszeit bestimmt wie lange die Kamera das Bild aufnimmt. Das bedeutet, je länger ein Bild aufgenommen wird, desto heller wird es. Mit der Belichtungszeit kannst du nicht nur die Helligkeit steuern. Du kannst damit auch Bewegungen unterschiedlich darstellen. Nimmst du ein fließendes Gewässer mit einer langen Belichtungszeit auf, so verschwimmt das Wasser. Fotografierst du dieses Gewässer mit einer kürzeren Belichtungszeit, gefriert das Wasser.

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Feuerwerk fotografieren leicht gemacht! So fotografierst du am besten Wunderkerzen

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10 Kommentare

  • Antworten Limi Coco 06/16/2014 at 4:51 pm

    richtig toller post 😉

  • Antworten Sonja Cremer 06/16/2014 at 7:54 pm

    Das hast Du richtig super erklärt, Marie.
    Gerade diese Grundlangen sind für Einsteiger so wichtig und man braucht schon ein bisschen, bis man das verinnerlicht hat. Zumindest war das bei mir der Fall. Bei Dir hätte ich es sofort verstanden. ☺
    Ich finde solche Posts prima, weil Du gut erklärst und sicherlich einigen damit helfen kannst.

    Wunderkerzen habe ich selber noch gar nicht aufgenommen, aber das werde ich sicherlich auch irgendwann mal machen. ☺

    Liebe Grüße
    Sonja

  • Antworten annosarusrex 06/17/2014 at 4:38 am

    richtig toller post! sehr informativ! man kann immer was dazulernen 😉 find ich super! gern mehr davon!
    liebste grüße,
    maze

  • Antworten Julia Kaya 06/17/2014 at 4:38 am

    Das war ein richtig toller Post, so etwas kannst du gerne öfter machen 🙂
    Werde ich auf jeden Fall einmal probieren, richtig toller Post!

    Allerliebste Grüße!

  • Antworten Selina 06/17/2014 at 4:38 am

    Wow, sehr interessant! Die Bilder sind super, toll, dass man da gleich ein paar Beispiele hat 🙂

  • Antworten [ekiém] 06/18/2014 at 4:57 pm

    Super Post 🙂 Ich lese sowas auch immer unheimlich gerne :3

  • Antworten Lan Nhi 06/18/2014 at 6:24 pm

    Klasse Beitrag! Danke! Ich hab bisher immer nur wild drauf losgeknipst ohne zu wissen, wie man was einstellen sollte damit es besser aussieht. Viele Tutorials im Internet sind auch naja eher nur für die Pro's 😀

    Liebe Grüße,
    Lani
    Blogged with Milk Tea

  • Antworten Ivaine Severine 06/19/2014 at 8:49 pm

    Danke für deinen Kommentar und ich finde solche Fotografietipps immer klasse! Gerne mehr davon :). Ich bin auch nicht richtig zu Frieden mit den Bildern, aber so lerne ich und ich freue mich über die Kritik!
    Du hast recht das man bei dem sich selbst ausdrücken auch auf sein Gefühl hört. Jedoch beschäftigen mich teilweise auch andere Sachen wie z.B. die aktuelle Weltpolitik was ich ebenfalls irgendwie ausdrücken will und in manche Bilder und Posts rein bringe. Ich weiß nicht ob man das jetzt auch als meinen Teil von mir ansehen kann… Aber generell bin ich der Meinung alles in unserem Leben ist irgendwie mit einem Gefühl verbunden ohne Gefühle würden wir vermutlich nichts erfahren oder wie Data aus Star Trek einfach nur Infos speichern und versuchen menschlich zu werden ohne zu wissen was es bedeutet :D.

  • Antworten PlusMinus 06/20/2014 at 12:36 pm

    Ah, sehr nicer Tipp. Bei mir überlichten so ne Fotos ehrlich gesagt auch schnell… Wir hatten dieses Jahr zu Silvester n paar Fotos gemacht und die waren eher so lala. Lag aber wahrscheinlich auch am krassen Rauch…
    http://plusminusblog.blogspot.de/2014/01/hello-2014.html

  • Antworten Iri Sterna 12/28/2017 at 7:01 pm

    super. vielen Dank für die Tipps. Werde ich morgen gleich ausprobieren. Brauche noch für meinen Blogartikel ein Silvesterbild und dachte ich probiere es mit Wunderkerze 🙂

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