5 Gründe warum du NICHT nie wieder mit der Automatik fotografieren solltest!

Low Budget 5 Gründe für den Automatikmodus

Liest du auch immer und überall, dass du den Automatik-Modus deiner Kamera schnellst möglichst hinter dir lassen sollst? „So fotografierst du im manuellen Modus“ „Nie wieder zurück in den Automatik-Modus„. Ich lese diese Versprechen und viele weitere regelmäßig. Jedes Mal kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Denn ich bin der Meinung: den Automatik-Modus für immer hinter sich zu lassen ist FALSCH!

Darum solltest du nicht nie wieder den Automatik-Modus nutzen:

Fotografie ist weit mehr als nur Technik. Die Technik zu beherrschen gibt dir neue Möglichkeiten. Doch Bildgestaltung und Kreativität sind zu Anfang wichtiger. Es gibt einen Comic von „What The Duck“. Dort fragt eine Ente wofür dies und jenes an der Kamera ist und was das alles zu bedeuten hat. Darauf erwidert „The Duck“, dass zu viel Kamera gekauft wurde. Genau darum geht es. Probier dich erst kreativ aus!

Als ich meine DSLR (Spiegelreflex-Kamera) gekauft habe, kam kurz darauf das Gefühl von Druck. Ganz nach dem Motto: wenn du eine große, gute Kamera hast musst du zwingend manuell fotografieren. Doch dieser Druck ist nicht gut für dich. Es behindert dich und schränkt deine Kreativität ein. Wenn du in der Automatik fotografieren willst, dann tue das!

Du willst trotzdem die manuellen Einstellungen verstehen und den manuellen Modus nutzen können? Dann schau dir meine kleine 1×1 Reihe zu den wichtigsten Themen an: (Einfach auf das passende Bild klicken)

1x1 Belichtungszeit Link1x1 Blende Link
1x1 ISO LinkWelcher Modus richtig Link

Der Moment kommt und ganz schnell ist er wieder vorbei. In solchen Momenten habe ich nicht den Nerv und nicht die Zeit alle Parameter einzeln einzustellen. Und dann laufe ich immer noch Gefahr, dass  das Bild nichts wird. Die Automatik-Modi haben sich in den letzten Jahren stark verbessert. Kameras erkennen Situationen, Motive und einiges mehr. Nicht ohne Grund heißen die aktuellen Automatiken „intelligente Automatik“ (iA). Du bist dir nicht zu 100% sicher, ob du der Situation fotografisch gewaschen bist? Dann nutze eine Automatik.

Zu sagen, du solltest nie wieder zurück in den Automatik-Modus ist, als gäbe es nur diese zwei Möglichkeiten. Schwarz oder Weiß. Dabei gibt es zwischen dem Automatik-Modus und dem Manuellen-Modus zu Recht weitere Modi. Diese Modi sind alle (Halb-)Automatiken. Und absolut in Ordnung. Du gibst einen Parameter vor und die Kamera hilft dir, alle weiteren Parameter einzustellen. Super praktisch und in vielen Fällen Zielführender als der pure manuelle Modus. 

Ich besitze meine Kamera seit 2010. Seit dem Sommer 2018 habe ich meine Ausbildung zur Fotomedienfachfrau erfolgreich abgeschlossen. Ich weiß, wie ich mit Zeit, Blende, Iso und Weißabgleich umgehen muss. Ich fotografiere trotzdem/gerade deswegen meistens in der Zeitautomatik.

5. Automatik ist nicht gleich Automatik

Neben den Halb-Automatiken gibt es ebenfalls Voll-Automatiken mit Pluspunkten. Die Vollautomatik oder auch intelligente Automatik macht alles für dich. Sie erkennt die Situation und stellt passende Parameter ein. Auch der Blitz wird automatisch geschaltet. Ebenso die Fokuspunkte. Manche Kameras haben eine Automatik ohne Blitz und eine Kreativ-Automatik (CA). Dort kannst du Stilmittel auswählen und einstellen.  Eine weitere oftmals übergangene Automatik, ist die Programm-Automatik (P). In dieser kannst du den Blitz, ISO, Fokuspunkte und die Helligkeit ganz einfach steuern. 

Die Automatik schränkt dich somit nicht ein, sonder fördert dich, wenn du sie brauchst!

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Ich möchte dich nun bitten, Sätzen wie „So fotografierst du nie wieder in der Automatik“ nicht weiter zu beachten. Außer du kommst in den Automatiken nicht weiter und willst den manuellen Modus verstehen und nutzen können.

Das Thema Manueller Modus verhält sich wie das Thema Gestaltungsregeln: Um Regeln bewusst brechen zu können, musst du sie erst kennen. Lerne deine Kamera in Ruhe kennen, setzte dich nicht unter Druck und dreh dein Einstellungsrad immer ein Stückchen weiter. Es gibt einen guten Grund, warum die Modi so angeordnet sind. 

In welchem Modus fotografierst du aktuell? Schreib ihn mir und deine Fragen dazu! Ich beantworte sie dir gerne!

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3 Kommentare

  • Antworten Anne 10/16/2018 at 6:21 am

    Mh, ich finde, es kommt tatsächlich auch auf das Kameramodell an. Mit der Vollformat fotografiere ich tatsächlich zu 95% im manuellen Modus – da kann ich die Blende, Belichtungszeit, ISO sowie den Fokuspunkt aber auch quasi „blind“ einstellen, ohne die Kamera vom Auge nehmen zu müssen. Bei der kleinen Sony a6000 hingegen lasse ich in der Regel den Automatikmodus drin, weil der a) wirklich verdammt gut arbeitet und b) ich es auch einfach wahnsinnig fuppelig finde, da die Parameter zu ändern.

    Liebe Grüße
    Anne

  • Antworten Thomas 01/09/2019 at 11:19 pm

    Es gibt für alles ein Für und Wider.
    Meine Empfehlung lautet zunächst: Bilder machen. Dafür setze ich auf die (Voll-)Automatik, denn man will mit der eigenen Kamera genau das tun: Fotos schießen. Es kommt von ganz allein der Punkt, an dem man mit seinen Bildern nicht zufrieden ist. Hier gilt es, auf einen Lerneffekt zu setzen und diesen zu unterstützen. Nicht an jedem „schlechten“ Bild ist die Motivwahl/die fotografierende Person schuld. Jetzt gilt es, Motivwahl ins Bewusstsein zu rücken, Bildgestaltung und zugleich auf die Informationen der gemachten Bilder ein Auge zu werfen. Es bleibt niemandem erspart. Wenn man herausfinden möchte, warum einige Bilder aussehen wie sie eben aussehen, muss man lernen, was ISO, Blende und Shutter (Belichtungszeit) bedeuten, was sie bewirken, und was die EV± ändern. Nur so versteht man, warum die Kamera diese Werte überhaupt ändert und weshalb es Sinn ergibt, selbst Herr der Lage zu werden.
    Ein wichtiger Schritt auf dem Weg ist meiner Meinung, die Automatik der Kamera etwas einzuschränken und die maximale ISO auf zum Beispiel 400 zu begrenzen. Ein bisschen Druck zu lernen gehört schon dazu, das Stück Technik soll machen, was ich will und brauche — gleichzeitig muss ich wissen, was mich in der Automatik erwartet. So kann ich selbst entscheiden, wann für mich die Automatik-Einstellung Sinn ergibt und wo ich mit den halbautomatischen Modi A und S vielleicht mehr Vorzüge als im M erziele.
    Alle Modi lassen sich gewinnbringend einsetzen. Bei Kompaktkameras, Bridge-Modellen und SLR-Geräten.
    Fotografieren macht noch mehr Spaß, wenn ich weiß, wie meine Technik „tickt“.
    Viel Spaß beim Experimentieren
    Thomas

  • Antworten Zedena von Tharendt 01/12/2019 at 8:35 am

    Vielen Dank für diesen Post!
    Mir gehen diese ganzen Beiträge à la „Du bist ein Noob, wenn du im Automatikmodus photographierst“ ziemlich auf den Kecks. Als ich meine erste DSLR gekriegt habe, habe ich sofort nur manuell photographiert, weil ich dachte das muss so – und dann eben auch ein paar wunderbare Momente verpasst oder schlimmer noch total überbelichtet festgehalten, weil ich noch die falschen Einstellungen drin hatte. Inzwischen photographiere ich fast nur noch in den halbautomatischen Modi, manuell nur wenn ich die Muse dazu habe und eine bestimmte Wirkung erzielen möchte.
    Warum habe ich gewechselt?
    Weil ich meiner Kamera jetzt mehr vertraue und sie auch besser verstehe. Und ich kenne meine Motive besser – für den Verein photographiere ich oft Dampfloks. Mit so nem schwarzen Koloss im Belichtungsmessbereich, muss ich mit dem Programmodus ein, zwei Blendenstufen runtergehen, damit das Bild nicht total überbelichtet ist.
    Liebe Grüße,
    Zedena

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