Review // Emotionale Portraitfotografie

Emotionale Portraitfotografie Cover

Als ich mitbekommen habe, dass Nina Schnitzenbaumer ein Buch mit ihrer Arbeitsweise heraus bringt, stieg meine Vorfreude unglaublich. Ich dachte, endlich ein Buch, dass mir etwas bringt. Ich bestellte das Buch vor, um es bei der Veröffentlichung sofort zu Hause zu haben. Das Buch habe ich nun durch gelesen. Doch was ist aus meiner Vorfreude geworden?

Vorweg muss ich sagen, dass das Buch es nicht gerade leicht mit mir hat. Ich schreibe seit 2010 meinen Blog und versuche mich stets zu verbessern. Zudem war ich zur Zeiten der Buchveröffentlichung in Kiel und hatte Berufsschulunterricht zum Thema Kameratechnik, Studioaufnahmen und einiges Mehr. Ich war somit volle Kanone im Thema drin.

Emotionale Portraitfotografie – Nina Schnitzenbaumer

Die Daten & das Design

Das Design vom Buch gefällt mir sehr gut. Das Cover ziert ein typisches Nina Schnitzenbaumer Bild mit Blüten. Farbakzente werden mit dem typischen Dunkelrot gesetzt. Das Buch hat 183 Seiten, kostet 26,99€ und ist im Humboldt Verlag erschienen. Amazon-Link

 Emotionale Portraitfotografie Versprechen

Das Vorwort & das Versprechen

Auf den ersten Seiten gibt Nina Schnitzenbaumer ein Versprechen, was der Leser in diesem Buch lernt. Außerdem stellt sie sich kurz vor. Sie verspricht jedem Leser, das er/sie nach dem Buch manuell fotografieren kann. Zudem soll jeder einen Block für Licht und Location bekommen. Auch Posing und Bildausschnitte soll der Leser nach diesem Buch vorteilhaft umsetzten können.

Der Inhalt & Aufbau

Der Aufbau des Buchs erinnert mich stark an „Bilder nach Rezept“ von Benjamin Jaworskyj. „Bilder nach Rezept“ habe ich nicht gelesen, jedoch weiß ich, dass zu erst das Basiswissen vermittelt wird und danach der „Rezepteteil“ kommt. In diesem ist auf der einen Seite ein Bild und auf der anderen wird erklärt, wie der Leser zu dem Bild kommt und es nachmachen kann. Bei Nina Schnitzenbaumer nennt sich das ganze „Workshop“.

Es kommt somit als erstes ein Teil, indem erklärt wird, wie du Blende, Verschlusszeit und ISO richtig einstellst. Danach folgen Posinganweisungen und die Lichtsetztung. Zu den Erklärunge gibt es jeweils Beispielbilder. Auch wird auf den Autofokus und die richtige Tageszeit eingegangen. Zwischendurch gibt es immer wieder Merkkästchen, in welchen wichtige Informationen hervorgehoben werden. Neben den Merkkästchen und den Beispielbildern, gibt Nina Schnitzenbaumer immer wieder vergleichende Beispiele um dem Leser das Verstehen leichter zu machen.

Was ist mit der Bildbearbeitung?

 Wer einen Teil zur Bildbearbeitung sucht, wird nicht fündig. Es wird keine Werbung für die eigenen Webinare gemacht. Obwohl die Bildbearbeitung einen großen Teil ihrer Bilder aus macht!

Photoshop – Der Einstieg by Nina Schnitzenbaumer

Photoshop – Mein Workflow by Nina Schnitzenbaumer

Der Schreibstil

Wer einen klaren und sachlichen Schreibstil erwartet, wird enttäuscht. Der Schreibstil ist teilweise sehr umgangssprachlich, beziehungsweise ehr für Facebook, als für ein Buch geeignet. Zudem habe ich Rechtschreibfehler entdeckt. Ob dies nur ein Druckfehler ist weiß ich nicht.

 Emotionale Portraitfotografie Blick ins Buch Workshop

Für wen ist „Emotionale Portraitfotografie“ geeignet?

Der Untertitel des Buchs lautet „Von den Grundlagen zum perfekten Foto„. Laut Nina Schnitzenbaumer ist das Buch für Anfänger, als auch Fortgeschrittene geeignet. Dem kann ich nicht zustimmen. Ich schätze das Buch ehr so ein, dass es für Anfänger geeignet ist. Allerdings auch nur mit Einschränkung.

Meine Meinung zum „Emotionale Portraitfotografie“

Ich bin von dem Buch enttäuscht und stelle mir die Frage, ob diese Welt dieses Buch wirklich braucht. Wie in jedem Buch sind auf den ersten Seiten die Basics erklärt. Als Fortgeschrittener brauche ich die nicht wirklich. Für Anfänger finde ich sie tatsächlich schlecht erklärt. Selbst ich musste manche Passagen mehrfach lesen, um zu verstehen, was Nina Schnitzenbaumer mir damit sagen möchte. Wie solle es da erst einem Anfänger gehen, der gar keine Ahnung von der Materie hat.

Den Teil mit dem Posing, dem Lichtsetzten und den Hilfsmitteln fand ich interessant. Doch dafür hätte ich keine 26,99€ ausgeben brauchen. Außerdem gibt es tatsächlich zwei Anweisungen, welche mir nach Lehrbuch anders erklärt wurden & mir in diesem Sinne suspekt erscheinen.

Abgesehen davon habe ich das Gefühl, dass das Buch sehr schnell produziert wurde. Ganz nach dem Motto „Es muss schnell auf den Markt, egal was kommt“. Dieses Gefühl ist nicht gerade positiv und lässt das ganze lieblos wirken.

Den Workshopteil finde ich nicht schlecht, allerdings sind die Erklärungen so gut wie immer die gleichen. Mich erinnert er stark an einen simplen Bildband.

Letztendlich muss jeder selbst wissen, ob er dieses Buch wirklich kaufen möchte. Ich persönlich empfehle es nicht weiter. Ich bin tatsächlich von meinem Idol enttäuscht. Der Wille war da, doch an der Umsetzung scheiterte es. Und ich weiß, ich stehe mit dieser Meinung nicht alleine da. Auch Janine von Katzenaugen Photography war nicht begeistert.

Hast du dir das Buch bestellt oder wolltest es bestellen? Wie ist deine Meinung zum Buch? Schreib es mir in deinen Kommentar! Ich bin auf deine Meinung echt gespannt.

Warum ich das Buch "Emotionale Portraitfotografie" nicht gut finde!

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6 Kommentare

  • Antworten Tabea 02/07/2017 at 7:11 am

    Ich habe ja auch vor, mir irgendwann Mal Bücher in dieser Richtung zuzulegen, um mich weiterzuentwickeln. Aktuell lerne ich das Fotografieren ja nur anhand von Blogs wie deinem.

    Daher danke ich dir, dass du nicht diesem Fehlkauf bewahrst, denn die technischen Grundlagen habe ich mir ebenfalls schon angeeignet und der Rest klingt für mich jetzt eben auch nicht so überragend, dass er das Geld wert wäre.

    Liebe Grüße

    • Antworten Marie 03/04/2017 at 9:11 pm

      Ne, das Buch ist wahrlich nicht das Gelbe vom Ei… Leider!

  • Antworten Eva Katharina 02/07/2017 at 7:58 pm

    Für mich klingt das Buch leider so wie mindestens jedes zweite Fotografieeinsteigerbuch. Wirklich interessant wäre bei Nina doch vor allem die Bildbearbeitung gewesen. Wenn ich ISO, Blende und und und lernen will, kann ich auch in 100 anderen Büchern oder einfach im Internet nachschauen. Das Buch klingt wirklich enttäuschend.
    Da ich in letzter Zeit öfter die Erfahrung gemacht habe, dass in jedem Buch das gleiche steht, habe ich diesesmal erstmal die Rezensionen abgewartet… Danke dass du mich davor bewahrst unnötig Geld auszugeben 😉
    Ich finde es wirklich schade, dass manche Fotografen wie Nina selbst mit enorm viel Photoshop und insgesamt Bildbearbeitung arbeiten aber so tun, als kämen ihre „perfekte “ Bilder schon so aus der Kamera. Das ist enorm irre führend für Anfänger… ich selbst hab ewig gebraucht um zu raffen, dass es bei mir inzwischen vor allem an den Photoshop Skills und nicht mehr an den fotografie Skills hapert.

    Liebe Grüße!

    • Antworten Marie 03/04/2017 at 9:12 pm

      Naja, so tun tut sie nicht. Sie bietet ja Workshops in Videoform an. Die sind echt gut. Allerdings verschweigt sie das in dem Buch. Ob man das gut findet oder nicht muss jeder selbst wissen 🙂

  • Antworten Marie 02/22/2017 at 11:38 am

    „welche mir nach Lehrbuch anders erklärt wurden & mir in diesem Sinne suspekt erscheinen.“

    Ist oft ein Problem. „Nach Lehrbuch“ ist ja nicht automatisch das non plus ultra ^^
    Ich finde gerade, das strenge nach Lehrbuch verfahren eher kritisch, immerhin „führen viele Wege nach Rom“.

    Anderes als was du hier schreibst habe ich von dem Buch auch nicht unbedingt erwartet, ich finde Nina Schnitzdings sowieso ziemlich aufdringlich und kann ihren Erfolg nur bedingt verstehen (also de rkommt natürlich durch Social Media, aber es gibt eben viele ebenso gute oder bessere Fotograf/innen, und sie wird sooo gehyped…
    Ob sie es vedient hat, damit habe ich mich nicht gut genug befasst.
    Aber dass das Buch „schnell schnell“ raus kommen musste, kann ja tatsächlich stimmen. So ein Erfolg setzt ja nunmal unter Druck.

    Danke für das Review und ich freue mich auf deinen nächsten Newsletter 🙂

    • Antworten Marie 03/04/2017 at 9:14 pm

      Nach Lehrbuch ist nicht das non plus ultra. Das ist richtig. Doch Kameratechnik ist Kameratechnik und da gibt es keinen so großen Spielraum 🙂

    Mein Kommentar

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