1×1 // Was macht die Verschlusszeit

Nach der Blende kommt die Verschlusszeit. Ich persönlich fand sie am Anfang schwer einzuschätzen. Mittlerweile klappt das ganz gut. Und damit auch du die Zeit bald einschätzen kannst, nehmen wir hier und jetzt die Verschlusszeit auseinander!

Die Verschlusszeit

Auch bei der Verschlusszeit möchte ich das Auge mit einbinden. Allerdings muss dabei davon abgesehen werden, dass das Auge auch blinzelt, um die Hornhaut zu befeuchten.

menschliche Auge Querschnitt

Das Augenlid, unser Verschluss

Dein Auge blinzelt pro Minute etwa 10 bis 15 mal. Dabei schließt sich dein Lid. Machst du deine Augen zu, wird es schwarz. Dein Augenlid kann auf gewisse Weise mit dem Verschluss der Kamera verglichen werden. Es bestimmt, wie lange Licht auf die Netzhaut gelangt. Allerdings ist der Verschluss deiner Kamera die ganze Zeit geschlossen. Außer du drückst auf den Auslöser. Dann wird er für die eingestellte Verschlusszeit geöffnet. In deiner Kamera ist die Netzhaut der Sensor. Schaust du in die Sonne, blinzelst du automatisch öfter, da es zu hell ist. Bei deiner Kamera ist das ähnlich. Je heller eine Situation ist, desto kürzer muss der Lichteinfall auf den Sensor sein.

Belichtung Cheat Paper

Was macht die Verschlusszeit?

Die Verschlusszeit bestimmt, wie lange Licht auf den Sensor gelangt. Drückst du auf den Auslöser, schließt sich der Verschluss, wie dein Augenlid beim Blinzeln.

Die Verschlusszeit wird in Sekunden angegeben. Je länger du belichtest oder belichten musst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dein Motiv verwackelt. Je kürzer deine Verschlusszeit ist, desto klarer werden deine Aufnahmen. Bei einer lange Verschlusszeit kommt also länger Licht auf den Sensor als bei einer kurzen.

Die Verschlusszeit ist stark abhängig von der vorzufindenden Situation. Ist es dunkel, kann es durchaus Sinn machen, lange zu belichten. Allerdings solltest du dann ein Stativ nutzen. So entstehen zum Beispiel die Bilder mit Lightpainting. Der Verschluss kann somit sehr kreativ eingesetzt werden!

Unterbelichtete Blume

Unterbelichtet

Blume Überbelichtete

Überbelichtet

Blume normal belichtete

Langzeitbelichtung mit BULB

Bei Langzeitbelichtungen ist die Verschlusszeit sehr lang. Meistens werden sie bei Dunkelheit oder Dämmerung eingesetzt. Doch auch Tagsüber können sie aufgenommen werden. Natürlich immer mit Stativ. Langzeitbelichtungen fangen meist Bewegungen ein. Die Bewegung von Autolichtern oder die Bewegung von Wolken am Himmel. Für diese Langzeitbelichtungen können die Verschlusszeiten deiner Kamera zu kurz sein. Dann kommt „BULB“ ins Spiel. Stellst du deine Verschlusszeit auf BULB, kannst du solange belichten, wie du es gerne hättest.

 

Die Blendenautomatik/ Der TV-Modus

Im TV-Modus bestimmst du die Verschlusszeit und die Kamera die passenden Blende. Daher kannst du dich dort richtig schön mit den Verschlusszeiten austoben. Besonders für deine ersten Gehversuche bezüglich Lightpainting und Langzeitbelichtung ist dieser Modus super!

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Ich hoffe, dieser Artikel hat dir gezeigt, wie die Verschlusszeit funktioniert und welche Auswirkungen sie haben kann. Unabhängig von den anderen Einstellungsmöglichkeiten. Und jetzt bist du dran! Geh raus und probier die unterschiedlichen Verschlusszeiten aus! Schreibe mir, ob du bereits Erfahrungen mit den Verschlusszeiten gesammelt hast. Und verrate mir, ob ich dir helfe konnte!

Fotografie 1x1: Was macht die Verschlusszeit Cheatpaper

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3 Kommentare

  • Antworten ISO: Was macht die Lichtempfindlichkeit mit meinem Bild? 09/19/2016 at 6:26 am

    […] Sensor ist. Ist es beispielsweise sehr dunkel und du hast kein Stativ dabei brauchst du eine kurze Verschlusszeit. Schließlich willst du das Bild nicht verwackeln. Gleichzeitig ist die Blende relativ geschlossen, […]

  • Antworten Mario 10/08/2016 at 11:39 am

    Hey Marie,
    gute Artikelserie! Sie erinnert mich an meine eigene, das magische Dreieck der Fotografie. 🙂 Was die Verwacklungsgefahr betrifft, kann man noch die Faustformel für verwacklungsfreie Bilder ergänzen: bilde den Kehrwert aus der gewählten Brennweite und stell‘ die sich ergebende Zahl als Belichtungszeit ein. Also bei 50mm -> 1/50. Wenn du mit 1/50 Sekunden (oder schneller!) fotografierst, wird dein Bild aus der Hand scharf.
    Man muss aber daran denken, dass man bei Kameras mit APS-C Sensor noch einen Cropfaktor hat. Meist liegt der so bei 1,5. Dann musst du die Faustformel wie folgt anpassen: Brennweite mal 1,5 und hieraus den Kehrwert. Im Beispiel also 1/75 Sekunden bzw. schneller.
    Mir hat das am Anfang ungemein geholfen, um gegen die Wisch- und Verwacklungseffekte anzukämpfen. 😉
    Beste Grüße!
    Mario

    • Antworten Marie 11/10/2016 at 7:06 pm

      Interessante Formel! Allerdings wollte ich mich vorerst auf die Basics beschränken 🙂 Wie man das ganze zusammenführt kommt dann noch.
      Lieben Gruß

    Mein Kommentar

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